Die Mittelmeer Initiative

Mehr und mehr wird unserer Welt ihre ökologischen Grenzen aufgezeigt - Grenzen die wir in Form von Klimawandel, Wasserknappheit, Übervölkerte Städte, sinkende Fischereierträge, Nahrungsmittelknappheit und rapide zunehmende Energiekosten täglich erleben. Mehr denn je hängt eine erfolgreiche Regierungsführung von pro-aktivem Management und dem Überblick über die verbleibenden natürlichen Ressourcen ab.

Nirgendwo ist dies augenscheinlicher als im Mittelmeerraum. Im Jahr 2010 wurde die Region durch eine ökonomische Krise unvergleichlichen Ausmaßes durchgeschüttelt. Aber Griechenland, Italien und andere Länder stehen neben dem finanziellen noch einem anderen Defizit gegenüber – dem ökologischen Defizit. Dies stellt ein großes Risiko für den langfristigen Erfolg der Region dar.


Mittelmeerländer werden ökologisch gesehen immer instabiler. Unsere Footprint Resultate von 2006 zeigen, dass dreiviertel der Menschheit und beinahe alle Menschen im Mittelmeerraum mittlerweile mehr Biokapazität verbrauchen als in den eigenen Landesgrenzen verfügbar ist. Die Karte unten zeigt, wie die ökologische Nachfrage der meisten Länder (d.h. der ökologische Footprint in rot) ihr nationales Angebot (d.h. die Biokapazität in grün) übersteigt.

image

Die Mittelmeerinitiative von Global Footprint Network startete im Juni 2010 in Partnerschaft mit dem WWF’s Mediterranean Programme Office, der UNESCO, Plan Bleu und Tour Du Valat und hat zum Ziel Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft zusammenzubringen um einen regionalen und konsistenten Ansatz zum Management der Ressourcenknappheit zu entwickeln. Einher geht damit, dass die Realität der Ressourcenknappheit ebenfalls in die nationale und internationale politische Debatte eingebracht wird. Die Initiative wird Entscheidungsträgern Schlüsseldaten zum ökologischen Footprint und der Biokapazität zur Verfügung stellen und so den politischen Prozess in die richtige Richtung lenken können. Der Politik soll die Unterstützung zugute kommen, die grundlegenden Probleme der Ressourcenknappheit zu verstehen und wie man im Verbund effizient natürliches Kapital und Ressourcenverbrauch managen kann.

Laden Sie hier den Report The Future of the Mediterranean: Tracking Ecological Footprint Trends (auf English) von Global Footprint Network herunter.

Die Mittelmeerinitiative startete am Footprint Forum in Colle di Val d’Elsa in der Nähe von Siena, Italien, 7-12 Juni 2010. Präsentationen und ein volles Buch der Abstracts des Forums können hier herunter geladen werden.

Partner:

image
WWF Mittelmeerinitiative
Unser Ziel ist es den natürlichen Reichtum der Mittelmeerregion zu erhalten und nachhaltige Entwicklung zum Vorteil aller zu fördern. Das WWF Mediterranean Programme umfasst alle Länder welche an das Mittelmeer angrenzen und dazu noch Jordanien, Mazedonien und Portugal. Das WWF Mediterranean Programme Office hat seinen Hauptsitz in Rom mit einem Projektoffice in Tunesien, das Across the Waters capacity building Programme in Barcelona, Spanien und einen Projektkoordinator in Marokko. Die Mission von WWF ist es die Zerstörung der Umwelt des Planeten zu stoppen und eine Zukunft zu schaffen in der Menschen und die Natur in Harmonie zusammenleben indem die Biodiversität des Planeten geschützt wird und erneuerbare natürliche Ressourcen nachhaltig genutzt werden.


image
UNESCO, Venedig
Die UNESCO in Venedig fokussiert ihre Anstrengungen auf die Kultur der Mitgliedsstaaten Südosteuropas und deren Erforschung. Sie entwickelt dabei Initiativen zum Wohle Zentraleuropas und des Mittelmeerbeckens in enger Zusammenarbeit mit anderen UNESCO Niederlassungen. Die UNESCO schafft die Konditionen für einen Dialog zwischen den Zivilisationen, Kulturen und Völkern basierend auf dem Respekt für gemeinsame Werte. Durch diesen Dialog kann die Welt eine globale Vision der Nachhaltigen Entwicklung schaffen, die Menschenrechte, gegenseitigen Respekt und die Linderung der Armut berücksichtigen, wie es ebenfalls den Grundwerten von UNESCO entspricht.


image
Plan Bleu
Seit über 30 Jahren in einem Umfeld wachsender internationaler Aktivität für die Umwelt, agieren die Europäische Gemeinschaft und 21 Staaten die dem Mittelmeer angrenzen zusammen. Ihr Ziel ist es die regionale Zusammenarbeit in Umweltanliegen innerhalb der Vorgaben des United Nations Environment Programme’s Mediterranean Action Plan (UNEP/MAP) zu organisieren. Plan Bleu ist einer der Interessenvertreter innerhalb dieser Zusammenarbeit. Eine der Hauptaufgaben von Plan Bleu ist es Informationen und Wissen zu Produzieren, welches Entscheidungsträger und andere Interessensvertreter vor Umweltrisiken zu warnen und auf nachhaltige Entwicklung im Mittelmeerraum aufmerksam zu machen, zukünftige Szenarien zu entwickeln und so den Entscheidungsprozess zu leiten.


image
Tour Du Valat
Tour Du Valat ist ein Forschungszentrum für die Erhaltung der Feuchtgebiete des Mittelmeeres. Aus der Überzeugung, dass es nur möglich ist Feuchtgebiete zu erhalten, wenn menschliche Aktivitäten und der Schutz dieses Naturerbes nebeneinander möglich sind, betreibt Tour du Valat schon seit Jahren Forschung die einen Austausch zwischen den Forschenden und Nutzern der Feuchtgebiete fördert.