Länderrevisionen

Global Footprint Network veröffentlicht die National Footprint Accounts von 201 Ländern. Diese Länder sind eingeladen und sollen sich ermutigt fühlen, Revisionen ihrer Accounts durchzuführen. Länderrevisionen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit die National Footprint Acocunts zu verbessern und ermöglichen es Global Footprint Network die Anwendungsmöglichkeiten des Ecological Footprint auf nationaler Ebene vorzustellen. Im Folgenden finden Sie Zusammenfassungen der größten, bisher durchgeführten Länderrevisionen. Wenn Sie an einer Revision der Accounts Ihres Landes interessiert sind, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.


Stiglitz Kommissions Bericht

2007 wurde vom Französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy die Kommission für die Messung des Ökonomischen Leistungsausweis und des Sozialen Fortschritts gegründet. Die Kommission soll ergründen wie man das BIP mit weiteren Kennzahlen erweitert, die aufzeigen können ob sich Nationen auf einem nachhaltigen Pfad der Entwicklung befinden und so Dauerhaft bestehen können. Unter dem Vorsitz von Professor Joseph E. Stieglitz der Universität von Columbia und Professor Amartya Sen von Harvard veröffentlichte die Kommission im Spätsommer 2009 ihren Bericht, der dem Footprint volle 12 Seiten widmete und darin eingehend diskutierte wie und warum der Ökologische Footprint sich als Indikator eigne.

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Schweiz

Die Schweiz hat im Dezember 2006 als erstes Land eine komplette Revision ihrer National Footprint Accounts vorgenommen. Die schweizerische Regierung veröffentlichte die Ergebnisse der Revision mit dem Titel Der Ökologische Fussabdruck der Schweiz - ein Beitrag zur Nachhaltigkeitsdebatte. Die Untersuchung der National Footprint Accounts führte das führende politikwissenschaftliche Forschungsinstitut INFRAS durch. INFRAS verglich die von Global Footprint Network verwendeten international verfügbaren Datenquellen mit den Daten des schweizerischen Bundesamts für Statistik. Der Vergleich der Datensätze ließ auf eine größtenteils gleiche Datenlage schließen. Die Forscher von INFRAS untersuchten zusätzlich die Methodes des Ecological Footprint und berechneten den Footprint der Schweiz. Der veröffentlichte Bericht enthält eine Vielzahl verständlicher Grafiken, die die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen in der Schweiz mit der Nachfrage in anderen Ländern vergleicht. Des Weiteren werden Hintergrundinformationen über den Ecological Footprint aufgeführt, damit sich jeder Leser ein genaues Bild der Methode machen kann. Zusätzlich entwickelten sich aus den Studienergebnissen mögliche Verbesserungsideen für die National Footprint Acocunts. Dies wird die Berechnungen des Footprint für aller 201 Ländern verbessern.

Klicken Sie hier, um mehr über den Ecological Footprint der Schweiz zu erfahren.

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Europäische Kommission

Nach einer strengen und zwei Jahre dauernden Studie zur Methodologie des Ecological Footprints (in Englisch) befand die Europäische Kommission, daß der Footprint ein nützlicher Indikator für ist, um den Fortschritt der EU in Richtung ihrer selbst gesteckten Nachhaltigkeitsziele zu bewerten. Der Footprint ist im Vergleich mit den anderen Indikatoren, die in der Studie untersucht wurden, einzigartig. Hervorzuheben ist insbesondere die Verbindung von Ressourcenverbrauch und dem Konzept der ökologischen Tragfähigkeit. Der Bericht lobt den Footprint als einen "intuitiv erfassbaren und attraktiven Indikator", denn er ist einfach zu kommunizieren und zu verstehen.

Die Europäische Kommission begann die Prüfung des Footprint als Teil des Bestrebens den Fortschritt bezüglich der langfristigen Nachhaltigkeitsziele zu messen. Die Kommission erkannte, dass eine effiziente Ressourcennutzung sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung der Region als auch für ihre positive Rolle in der Welt äußerst wichtig ist. Daher hat sich die Kommission klare Ziele für die Begrenzung des Einflusses auf die Umwelt und eine höhere Ressourceneffizienz gesetzt. Ein Haupthindernis war bis jetzt der Mangel an geeigneten Indikatoren, um Zielsetzung festlegen und den Weg der Zielerreichung bewerten zu können.

Die Europäische Kommission gab 2004 eine Studie in Auftrag, die die Vorteile und Defizite des Ecological Footprint als Indikator aufzeigen sollte. Die Studie bescheinigte dem Ecological Footprint ein effektiver Indikator zur Messung und Vermittlung von Fortschritten in Richtung eines Zieles zu sein. Der Footprint kann dann seine Stärken ausspielen, wenn er zusammen mit ergänzenden Indikatoren verwendet wird. Die Studie identifiziert darüber hinaus Verbesserungsmöglichkeiten für die Methodologie der National Footprint Accounts und fasst sie in einem kurz- bis mittelfristiges Forschungsprogramm zusammen.

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Deutschland

Der Ökologische Footprint hat sich als einer der besten Indikatoren zur Vermittlung des Konzepts ökologischer Nachhaltigkeit und den physischen Grenzen unseres Planeten erwiesen. Im letzten Jahrzehnt hat sich der Ökologische Footprint zu einem der wichtigsten Meßinstrumente für die internationale Ressourcennutzung in Produktion und Konsum entwickelt. Das vom Umweltbundesamt in Dessau gestartete Projekt Wissenschaftliche Beurteilung und Bewertung des Ecological Footprint als Indikator (in englischer Sprache) hatte zum Ziel, den Ökologischen Footprint auf seinen möglichen Nutzen als nationalen Nachhaltigkeitsindikator für Deutschland zu prüfen und zu bewerten. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Sustainable Europe Research Institute (SERI) in Wien, der Ecologic mit Sitz in Berlin und dem Best Foot Forward (BFF) aus Oxford im Vereinigten Königreich.

Das Projekt beinhaltete vier Ziele:

  1. Beschreiben Sie den neuesten Stand der Berechnungen in Bezug auf den Ecological Footprint und überprüfen Sie die aktuellen Berechnungsmethoden.
  2. Analysieren Sie die Quellenlage von Daten anhand der deutschen Analyze National Footprint Accounts und stellen sie die Hauptprobleme bezüglich der Qualität der Daten dar. Identifizieren und bewerten Sie alternative Datenquellen für Deutschland.
  3. Analysieren sie die bestehenden Footprint-Berechnungen sehr kritisch. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Schwächen der Berechnungsmethode selbst, aber auch auf der Wichtigkeit und der Interpretationsfähigkeit des Indikators.
  4. Formulieren und präsentieren Sie die aktuellen Vorschläge, wie identifizierte Schwachpunkte verbessert werden können (insbesondere in Bezug auf Datensätze und Berechnungsmethode) und identifizieren Sie angemessene Anwendungsfelder des Ökologischen Footprint.

Um den kompletten Bericht zu lesen, klicken Sie bitte hier.


Vereinigtes Königreich/DEFRA

Im Vereinigten Königreich gab das Ministerium für Umweltschutz, Ernährung und Landwirtschaft (DEFRA) im Jahr 2007 eine Studie in Auftrag, die die Entwicklungen der Methodologie des Ecological Footprint und seine praktische Anwendung beurteilen sollte. Die unabhängige Beratungsfirma Risk & Policy Analysis Ltd. analysierte den Ecological Footprint auf die Möglichkeit, die Methode in der politischen Entscheidungsfindung im Vereinigten Königreich einzusetzen. Der Abschlussbericht, Ein Überblick über aktuelle Entwicklungen und der praktischen Anwendung von Methoden des Footprinting (in englischer Sprache), wurde 2007 veröffentlicht.

Klicken Sie hier, um die Prüfung des Berichts durch Global Footprint Network zu lesen.


Das Europäische Parlament

Im Jahr 2001 veröffentlichte die Generaldirektion Forschung den Bericht Ecological Footprinting. Im Auftag des Europäischen Parlaments beschäftigten sich dafür ab 2001 die Abteilungen aus den Forschungsbereichen Industrie, Bildung und Forschung, Umwelt und dem Scientific and Technological Options Assessment (STOA) mit dem Ecological Footprint. Der Bericht präsentiert Argumentationslinien und Belege zur Bewertung der Methodologie des Ecological Footprint. Er vergleicht den Footprint darüber hinaus mit offiziellen und nicht amtlichen Indikatoren, die sich aktuell in der Entwicklung befinden. Der Bericht selbst wiederum ist das Ergebnis einer Studie, die von ECOTEC Research and Consulting durchgeführt wurde.

Deren Zielstellungen waren:

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Frankreich

Frankreich führes mehrere Untersuchungen über den Ökologischen Footprint als potentiellen Teil eines nationalen Nachhaltigkeits Indikators durch. Eine erste Untersuchung, vorgenommen durch den französischen Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrat, wurden die Grundannahmen des Ökologischen Footprints und anderen nachhaltigkeits Indikatoren untersucht. Der Bericht wurde im Mai 2009 veröffentlicht.

Lesen Sie hier den Bericht des Wirtschafts-, Sozial und Umweltrates.

Eine zweite Untersuchung, durchgeführt vom französischen statistischen Amt, überprüfte die Reproduzierbarkeit und Transparenz der Footprintmethodik.

Lesen Sie hier den Bericht des statistischen Amts.


Spanien

Die spanische Regierung stellte 2008 eine Analyse des Ökologischen Footprints Spaniens fertig. Die Autoren analysieren im Bericht Spaniens Ökologischen Fussabdruck und seine einzelnen Komponenten, das Ökodefizit, die regionalen Unterschiede in der Biokapazität und des Konsums und diskutieren wie diese Fakten in die Gesetzgebung spielen könnten. Im Bericht wurden auch Empfehlungen für Methodik und Datenquellen abgegeben.

Lesen Sie hier den Bericht (Spanisch).


Luxemburg

Der nationale Beirat für Nachhaltige Entwicklung (CSDD) beauftragte das Ressourcenzentrum für Umwelttechnologien (CRTE) im Dezember 2008 eine technische Studie zur Erstellung des Ökologischen Footprints für Luxemburg.

Ziel der Studie war es, die Berechnungen des Ökologischen Footprints von Global Footprint Network zu analysieren und einen Überblick der Relevanz dieser Ergebnisse für Luxemburg. Sie sollte die Grenzen des Berechnung korrekt aufzeigen und methodische Vorgänge auf nationalem Niveau offenlegen, einschliesslich der Datenqualität. Die Studie soll eine Basis für zukünftige, jährliche Berechnungen des Ökologischen Footprints Luxemburgs durch Global Footprint Network in Zusammenarbeit mit nationalen Institutionen bilden.

Lesen Sie hier den Luxemburger Bericht.

Erfahren Sie mehr über den Footprint Luxemburgs hier.


Indonesien

Indonesiens Ministerium für Öffentliche Infrastruktur (Ministry of Public Works) hat einen Bericht über den Ökologischen Footprint als Informationsbasis für die Gesetzbildung in der Politik in Auftrag gegeben, damit das Land seine reich vorhandenen Ressourcen nicht leichtfertig verspielt.

Dem Vorwort des Berichts zufolge soll die Implementierung nachhaltiger Entwicklung auf vollständiger Information der vorherrschenden Bedingungen und dem angestrebeten Standart in der Zukunft basieren. Das Projekt wurde durch die Generaldirektion der Raumplanung angestossen um die aktuelle Biokapazität und den Ökologischen Footprint so genau wie möglich zu erfassen. Im Bericht steht, dass Indonesien einen grossen Überschuss an Biokapazität hat, der aber mancherorts – vor allem auf Java – droht die wachsende Bevölkerung dieses Überangebot zu verschlingen.

Lesen Sie hier den Bericht.